{"id":728,"date":"2013-03-20T15:10:19","date_gmt":"2013-03-20T14:10:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.oewg.org\/?p=728"},"modified":"2013-03-20T15:13:52","modified_gmt":"2013-03-20T14:13:52","slug":"22-marz-1943-die-okkupanten-vernichten-das-dorf-chatyn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.oewg.org\/?p=728","title":{"rendered":"22. M\u00e4rz 1943: Die Okkupanten vernichten das Dorf Chatyn"},"content":{"rendered":"<p>Auf keiner noch so ausf\u00fchrlichen Landkarte finden Sie heute dieses wei\u00dfrussische Dorf. Es wurde im Fr\u00fchling 1943 von den faschistischen Streitkr\u00e4ften vernichtet.<\/p>\n<div>\n<table cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/khatyn.by\/photo\/vanda.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"194\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Eine der 149 verbrannten Bewohnerinnen und Bewohner\u00a0\u0097 Wanda Jaskewitsch. (Das einzige erhalten gebliebene Foto)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/div>\n<p>Es geschah am 22. M\u00e4rz 1943. Nachdem die SS-M\u00e4nner und Polizisten im Dorf angekommen waren, kreisten sie es ein. Die Einwohner des Dorfes wu\u00dften nichts davon, da\u00df die Kraftwagenkolonne der Faschisten am Morgen in 6 Kilometer von Chatyn beschossen wurde und infolge des Angriffs ein deutscher Offizier get\u00f6tet wurde. Das Todesurteil wurde von den Faschisten an die unschuldigen Menschen gef\u00e4llt. Die Einwohner des Dorfes von Klein bis Gro\u00df\u00a0\u0097 Alte, Frauen, Kinder\u00a0\u0097 wurden aus den H\u00e4usern vertrieben und in eine Kolchosscheune getrieben. Mit den Kolben der Automaten wurden die kranken und alten Menschen aufgefordert aufzustehen, auch die Frauen mit kleinen Kindern und S\u00e4uglingen wurden nicht geschont. Hierher wurden auch die Familien von Iosif und Anna Baranowskij mit 9 Kindern, von Alexander und Alexandra Nowitskij mit 7 Kindern gebracht, soviel Kinder hatte auch die Familie von Kazimir und Elena Iotko, das j\u00fcngste wurde erst ein Jahr alt. In die Scheune wurden auch Vera Jaskewitsch mit dem sieben Wochen alten Sohn Tolik gejagt. Lenotschka Jaskewitsch hat sich zuerst im Hof versteckt, aber danach beschlo\u00df sie sich im Wald zu verbergen. Die Kugeln der Faschisten konnten das laufende M\u00e4dchen nicht einholen. Dann st\u00fcrzte sich einer der Faschisten nach ihm, holte es ein, und erscho\u00df es vor den Augen des vor Grauen wahnsinnig gewordenen Vaters. Zusammen mit den Einwohnern des Dorfes Chatyn wurden in die Scheune auch der Bewohner des Dorfes Jurkowitschi Anton Kunkewitsch und die Bewohnerin des Dorfes Kameno Kristina Slonskaja gejahgt, die in dieser Zeit im Dorf Chatyn waren.<\/p>\n<p>Keiner der Erwachsenen konnte unbemerkt bleiben. Nur drei Kindern (den Geschwistern <a href=\"http:\/\/khatyn.by\/de\/tragedy\/de\/tragedy\/trage\/witnesses\/\">Wolodja<\/a> und <a href=\"http:\/\/khatyn.by\/de\/tragedy\/de\/tragedy\/trage\/witnesses\/\">Sonja Jaskewitsch<\/a> und <a href=\"http:\/\/khatyn.by\/de\/tragedy\/de\/tragedy\/trage\/witnesses\/\">Sascha Shelobkowitsch<\/a>) ist es gelungen, sich vor den Nazis zu verstecken. Als die ganze Bev\u00f6lkerung des Dorfes in der Scheune war, haben die Faschisten die T\u00fcr der Scheune zugeschlossen, sie mit Stroh bedeckt, mit Benzin begossen und angez\u00fcndet. Die Holzscheine entflammte in demselben Augenblick. Im Rauch erstickten und weinten die Kinder. Die Erwachsenen versuchten die Kinder zu retten. Unter dem Druck der Zehner von den Menschenk\u00f6rpern st\u00fcrzten die T\u00fcren. Die, die sich von den Flammen losrissen, wurden kaltbl\u00fctig von den Nazis mit Maschinengewehren erschossen. Bei lebendigem Leibe verbrannt wurden <a href=\"http:\/\/khatyn.by\/de\/tragedy\/de\/tragedy\/trage\/victims\/\">149 Dorfbewohner<\/a>, unter ihnen 75 Kinder unter 16 Jahren. Das Dorf wurde gepl\u00fcndert und verbrannt.<\/p>\n<p>Zwei M\u00e4dchen aus den Familien Klimowitsch und Fedorowitsch\u00a0\u0097 Maria Fedorowitsch und Julia Klimowitsch\u00a0\u0097 konnten sich dank einem Wunder aus der Scheune retten und bis zum Wald kriechen. W\u00e4hrend sie kaum am Leben waren, wurden sie von den Bewohnern des Dorfes Xworosteni, Dorfsowjet Kamen, gefunden. Aber auch dieses Dorf wurde bald von den Faschisten verbrannt und die beiden M\u00e4dchen sind ums Leben gekommen.<\/p>\n<p>Nur zwei Kinder\u00a0\u0097 der siebenj\u00e4hrige <a href=\"http:\/\/khatyn.by\/de\/tragedy\/de\/tragedy\/trage\/witnesses\/\">Wiktor Shelobkowitsch<\/a> und der zw\u00f6lfj\u00e4hrige <a href=\"http:\/\/khatyn.by\/de\/tragedy\/de\/tragedy\/trage\/witnesses\/\">Anton Baranowskij<\/a>\u00a0\u0097 waren in der Scheune. Als die Menschen von Schreck erfasst in der brennenden Kleidung aus der Scheune flohen, lief auch Anna Shelobkowitsch zusammen mit den anderen hinaus. Sie hielt ihren Sohn Witja fest an der Hand. Die t\u00f6dlich verletzte Frau fiel und deckte ihren Sohn mit dem Leib zu. Das an der Hand verletzte Kind lag unter dem Leichnam der Mutter, bis die Nazis aus dem Dorf weggegangen waren. Als Anton Baranowskij aus der Scheune hinauslief, wurde er am Bein verletzt.<br \/>\nDie stark verletzten und verbrannten Kinder wurden von den Bewohnern der benachbarten D\u00f6rfer gerettet. Nach dem Krieg wurden sie im Kinderheim Pletschenitsy erzogen.<\/p>\n<p>Der einzige erwachsene Zeuge der Trag\u00f6die in Chatyn, der 56-j\u00e4hrige Dorfschmied <a href=\"http:\/\/khatyn.by\/de\/tragedy\/de\/tragedy\/trage\/witnesses\/\">Iosif Kaminskij<\/a>, kam zum Bewu\u00dftsein sp\u00e4t in der Nacht, als die Faschisten nicht mehr im Dorf waren. Nachdem er den Brandverletzungen hat er noch einen schweren Schlag \u00fcberlebt: unter den Leichen der Mitbewohner hat er seinen Sohn gefunden. Er war t\u00f6dlich in den Bauch verwundet und bekam starke Verbrennungen. Der Junge starb auf den Armen seines Vaters.<\/p>\n<table cellspacing=\"7\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/khatyn.by\/photo\/ph01.jpg\" alt=\"\" width=\"118\" height=\"134\" border=\"0\" \/><\/td>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/khatyn.by\/photo\/ph02.jpg\" alt=\"\" width=\"96\" height=\"134\" border=\"0\" \/><\/td>\n<td><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/khatyn.by\/photo\/ph03.jpg\" alt=\"\" width=\"99\" height=\"134\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>I.I. Kaminskij<\/td>\n<td>A. Baranowskij<\/td>\n<td>W. Shelobkowitsch<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dieser tragische Moment aus dem Leben von Iosif Kaminskij ist die Grundlage der einzigen Skulptur der Gedenkst\u00e4tte &#8220;Chatyn&#8221;\u00a0\u0097 &#8220;Der nicht zu unterwerfende Mensch&#8221;.<\/p>\n<p>Die Trag\u00f6die von Chatyn eine von den Tausenden Tatsachen, die die zielgerichtete Genozidpolitik gegen\u00fcber der Bev\u00f6lkerung von Belarus belegt, die die Nazis im Laufe der ganzen Okkupationsperiode betrieben haben. Hunderte von \u00e4hnlichen Trag\u00f6dien ereigneten sich in den drei Okkupationsjahren (1941-1944) auf dem belorussischen Territorium. (aus <a href=\"http:\/\/khatyn.by\/de\/\">http:\/\/khatyn.by\/de\/<\/a>\u00a0Staatliche Gedenkst\u00e4tte &#8220;Chatyn&#8221;\/Ministerium f\u00fcr Kultur der Republik Belarus)- Fotos der Gedenkst\u00e4tte befinden sich in der Galerie.<\/p>\n<p>Zusatzinformation: Das Drehbuch\u00a0des Antikriegsfilm &#8220;Komm und sieh!&#8221; (BSSR\/UdSSR 1985) bezieht sich auf die Ereignisse von Chatyn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf keiner noch so ausf\u00fchrlichen Landkarte finden Sie heute dieses wei\u00dfrussische Dorf. Es wurde im Fr\u00fchling 1943 von den faschistischen Streitkr\u00e4ften vernichtet. Eine der 149 verbrannten Bewohnerinnen und Bewohner\u00a0\u0097 Wanda Jaskewitsch. 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