Verabschiedung von Botschafterin Dr. Alena Kupchyna

Am 28. Februar 2020 endete die Amtszeit von Frau Dr. Alena Kupchyna nach vier Jahren als Botschafterin von Belarus in Österreich. Am 14. Februar wurde sie vom Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums, Botschafter Peter Launsky-Tieffenthal im Alois-Mock-Saal des Ministeriums in Anwesenheit von 30 Botschaftern und Diplomaten offiziell verabschiedet, der ihre Verdienste um die Normalisierung und Verbesserung der österreichisch-belarussischen Beziehungen gerade in diesen vier Jahren hervorhob. Als Höhepunkte der diplomatischen Tätigkeit der Botschafterin bezeichnete er den Besuch der österreichischen Außenministerin Karin Kneissl in Minsk am 15. Jänner 2019 bei Außenminister Vladimir Makei, die Konferenz der OSZE über Menschenhandel in Wien am 11. April 2019 und vor allem den Staatsbesuch des Präsidenten von Belarus, Alexander Lukaschenko, in Österreich am 12. November 2019 in Wien. Es war der erste Staatsbesuch Lukaschenkos in einem EU-Mitgliedsland und zeigte die besondere belarussische Wertschätzung Österreichs.

Die Österreichisch-Weißrussische Gesellschaft (ÖWG) organisierte bereits am Beginn der Tätigkeit Alena Kupchynas in Österreich gemeinsam mit ihr am 24. März 2017 eine Festveranstaltung „25 Jahre österreichisch-belarussische diplomatische Beziehungen“ mit über 100 Gästen in der Diplomatischen Akademie, an der auch der Zweite Präsident des Nationalrats, Karlheinz Kopf, teilnahm. Die ÖWG nahm in der Folge an einer Reihe von Veranstaltungen mit Botschafterin Kupchyna teil, wie an belarussischen Ausstellungen und Konzerten sowie an Festveranstaltungen aus Anlass des Nationalfeiertags oder des Weihnachtsfestes. Am 11. April 2019 empfing Frau Botschafterin Kupchyna die Delegation der ÖWG vor der Abreise nach Belarus zu einem Meinungsaustausch.

Am 11. November 2019 nahm eine Delegation der ÖWG an der Kranzniederlegung von Präsident Lukaschenko am Denkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz in Wien gemeinsam mit Botschafterin Alena Kupchyna und den Botschaftern der GUS-Länder teil. Zwei Mitglieder der ÖWG, Prof. Dr. Peter Bachmaier und die Leiterin der Aktion „Erholung für Kinder aus Belarus“, Maria Hetzer, nahmen am Mittagessen in der Hofburg teil, das Bundespräsident Alexander van der Bellen für Präsident Lukaschenko und seine Delegation gemeinsam mit Alena Kupchyna gab. Am 12. Dezember 2019 gab Botschafterin Kupchyna ein belarussisches Konzert mit einer Komposition von Georges Sosnowski „Vier Bilder von Klimt“ in der Klimtvilla in Hietzing. Auf der Violine spielte Yuliya Lebedenko, die auch Lieder sang, begleitet von der Pianistin Lizaveta Bormotova. Zum Abschied von ihrer außerordentlich erfolgreichen Tätigkeit als Botschafterin in Österreich überreichte der Präsident der ÖWG, Prof. Peter Bachmaier, Botschafterin Kupchyna ein Fotobuch mit einer Widmung und mit Fotos der wichtigsten Veranstaltungen und Ereignisse dieser vierjährigen erfüllten Periode.

Frau Botschafterin Alena Kupchyna wird Österreich aber nicht gänzlich verlassen, sondern eine neue Tätigkeit in einer hohen Funktion in der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) übernehmen. Ab 2. März 2020 übernimmt sie die Stelle als Koordinatorin für den Kampf gegen den Terrorismus im Sekretariat der OSZE in Wien. Wir werden uns immer an sie erinnern und wünschen ihr viel Erfolg für ihre weitere Arbeit in Wien.

Generalsekretär Peter Launsky-Tieffenthal verabschiedet Botschafterin Frau Dr. Alena Kupchyna am 14. Februar 2020 im Alois-Mock-Saal des österreichischen Außenministeriums
Frau Botschafterin Dr. Alena Kupchyna mit Erstem Botschaftsrat Mag. Andrei Yaroshkin, ÖWG-Präsident Prof. Peter Bachmaier und der Leiterin der Aktion „Erholung für Kinder aus Belarus“, Maria Hetzer, bei der Verabschiedung am 14. Februar 2020
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Covid 19 in Belarus – Fakten

Interview mit dem Gesandten der Republik Belarus in Österreich, Herrn Mag. Andrei Lozovik, über den Coronavirus, 6.Mai 2020

Die Ausbreitung des Coronavirus wurde durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Pandemie eingestuft. Dies bedeutet, dass das neue Virus eine Gefahr für die Sicherheit der ganzen Menschheit darstellt. Ihre Überwindung hängt von jedem Menschen, jedem Land und jeder internationalen Organisation ab. Unser Land ist sehr offen und in den wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Austausch involviert. Aus diesem Grunde war die Erscheinung der Infektion in Belarus nur eine Frage der Zeit.

Die belarussischen Behörden haben die Entwicklung der epidemiologischen Situation im Ausland aufmerksam beobachtet. Die belarussischen Botschaften haben sich am Monitoring ebenfalls beteiligt. Die ausländischen Erfahrungen wurden analysiert und ausgewertet, es wurden präventive Maßnahmen getroffen.

Es sei bemerkt, dass der Bereitschaftsgrad des Gesundheitssystems unseres Landes hinsichtlich der Epidemie ziemlich hoch war. Zum Glück ist es Belarus gelungen, nicht nur das positive Erbe der Sowjetzeit zu erhalten, sondern auch eine sukzessive Modernisierung durchzuführen und die Materialbasis zu stärken. Nach Angaben der WHO verfügt Belarus über 1083 Krankenhausbetten pro 100.000 Einwohner. Nach dieser Kennzahl übertreffen wir deutlich fast alle europäischen Staaten ausgenommen eventuell Monaco. In Österreich entfallen auf 100 000 Einwohner 761 Krankenhausbetten. Nicht schlecht steht Belarus auch in puncto Ärztezahl pro 10.000 Einwohner da. In dieser Hinsicht ist Österreich, wo dieser Kennwert 62 Ärzte beträgt, uns etwas überlegen. Unsere Zahl (52 Ärzte) übertrifft aber beispielsweise die schweizerische Kennzahl (43).

Der erste COVID-19-Fall wurde in Belarus am 29. Februar registriert. Von Anfang an wurden in Belarus umfassende Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung der Infektion in drei Richtungen unternommen – epidemiologische Forschung, Lokalisierung von Corona-Hotspots, medizinische Reaktion und Distanzierungsmaßnahmen. Innerhalb kürzester Zeit wurde das System der Corona-Tests in Gang gesetzt. Neben den ausländischen Verfahren werden dabei auch einheimische Tests verwendet. Ihre Produktion wurde sechs Tage nach der Veröffentlichung der Struktur des neuen Virus durch die WHO aufgenommen. Zur Bestätigung der Effizienz der belarussischen Tests wurden die Ergebnisse ins WHO-Labor gebracht. Zum jetzigen Zeitpunkt werden in Belarus täglich ca. 8.500-9.000 COVID-19-Tests gemacht. Nach dieser Zahl liegt Belarus in unserer Region an der zweiten Stelle hinter Russland und nimmt weltweit den 37. Platz ein.

Heute ist die epidemiologische Situation in Belarus unter Kontrolle. Seit Beginn der Epidemie wurden 23.906 Infektionsfälle registriert. Die Krankheit verläuft bei den meisten infizierten Menschen in einer leichten Form. Wir trauern um den Tod von 135 Menschen, bei denen COVID-19 festgestellt wurde. Dank unseren Medizinern ist diese Kennzahl jedoch niedriger als in anderen Ländern.

Im Großen und Ganzen verdient die Arbeit belarussischer Ärzte höchste Wertschätzung. Die Regierung unseres Landes unternimmt alles Mögliche, um sie zu schützen und zu unterstützen. Die Versorgung von Krankenhäusern mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen für das Personal wurde rasch aufgestockt. Der Großteil der benötigten Schutzmittel wird dabei durch einheimische Unternehmen produziert. Präsident Lukaschenko hat die Gehälter der bei der Bekämpfung von COVID-19 eingesetzten Mediziner wesentlich erhöht. Nicht unbeteiligt blieben auch belarussische Unternehmen und einfache Bürger. Durch private Spenden wurden zusätzliche Schutzmittel erworben und Mahlzeiten für medizinische Mitarbeiter organisiert.

Die Bereitschaft von Belarus zur Eindämmung der Epidemie wurde durch die Experten der WHO-Mission, die bei uns vom 8. bis zum 11. April auf Einladung des Präsidenten arbeitete, positiv bewertet. Nicht viele Länder haben die Experten der obersten medizinischen Organisation der Welt zur Einschätzung der Situation in dieser alles andere als einfachen Zeit zu sich eingeladen. Nach dem Besuch unterbreitete die Mission Empfehlungen, die von den belarussischen Behörden aufmerksam geprüft und berücksichtigt wurden. Bei der Ausarbeitung der Herangehensweisen im Kampf gegen COVID-19 ging die Regierung unseres Landes von einer komplexen Analyse aller Faktoren aus, auch von den potentiell katastrophalen Folgen der unternommenen Schritte für die Wirtschaft.

Zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 wurden auch Maßnahmen der sozialen Distanzierung getroffen. Das System der Selbstisolierung infizierter Personen und ihrer Kontakte wurde eingeführt und erfolgreich umgesetzt. In Betrieben, Organisationen und öffentlichen Einrichtungen wurden prophylaktische Maßnahmen, inklusive der Desinfektion, getroffen. Besonders wichtig ist, dass belarussische Bürger und Bürgerinnen, die sich der Gefahr des neuen Virus bewusst und über die Empfehlungen bezüglich der Krankheitsvorbeugung informiert sind, selbständige Schritte unternehmen, um die Ansteckung zu vermeiden und ihre Nächsten, besonders aus der Risikogruppe, nicht dieser Gefahr auszusetzen.

Insofern haben wir in Belarus das Problem, das sich aus der durch die WHO verkündeten Pandemie ergibt, nicht weniger ernst als unsere Freunde und Partner in anderen Ländern genommen. Jedes Land erarbeitet seine Lösungen und Reaktionsformen, um seine Bevölkerung zu schützen und zur Überwindung der vor der Menschheit stehenden Herausforderung beizutragen.

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Belarus feiert 75 Jahre Großen Sieg über den Faschismus

Heuer wird es – unter Berücksichtung der Coronasituation- am 8. und 9.Mai überall in Belarus Feierlichkeiten zu diesem wichtigen Datum geben. Gerade die BSSR wurde durch den Angriffskrieg Hitler-Deutschlands und die Okkupation schwer gezeichnet. Fast ein Viertel der Gesamtbevölkerung wurde ermordet oder fiel im Verteidigungskrieg, Das Land wurde verwüstet. Belarus leistete so einen großen Beitrag zur Selbstbefreiung, dass es nach 1945 sogar einen eigenen Sitz in der UN Vollversammlung – neben dem der UdSSR und der Ukraine- bekam. Der Widerstand und der Sieg sind heute ganz elementare Bestandteile der Staatsideologie, nicht umsonst ist auch der 3. Juli – der Tag der Unabhängigkeit- der Tag, an dem Minsk 1944 befreit wurde, heute der Staatsfeiertag.

Seit Wochen und Monaten sind bereits die Massenorganisationen, der Jugendverband, die Parteien, die Schulen etc. im Zeichen von “75 Jahre Sieg” unterwegs und organisieren verschiedene Aktionen, besuchen Veteranen, verschönern in Subbotniks die Kriegsdenkmäler usw.. Gerade den Veteranen, die inzwischen alle 90 Jahre oder älter sind, riet man, zu Hause zu bleiben. Für sie organisieren die Massenorganisationen und die Armee z.B. Hofkonzerte der Militärmusik und ihnen werden Orden “75 Jahre Sieg” überreicht. Alle Orte und Städte sind schon seit Wochen mit neuen Billboards und Fahnen geschmückt. In Minsk und den Oblasthaupstädten wird es am 8. und 9. Mai Konzerte und Paraden geben. Die große Militärparade findet am 9.Mai in Minsk statt.

Der Präsident hat im Vorfeld des 9.Mai ein Glückwunschschreiben an alle Staatsbürger gerichtet:

Die Belarussen müssen das unschätzbare Erbe – den Großen Sieg – für Jahrhunderte bewahren. Das steht im Glückwunsch des belarussischen Präsidenten, Alexander Lukaschenko, an Landsleute zum 75. Jahrestag des Sieges. Das gab der Pressedienst des Staatschefs von Belarus der Nachrichtenagentur BelTA bekannt.

„Belarus feiert dieses bedeutende Datum in einer schwierigen Zeit. Unsere derzeitigen Schwierigkeiten verblassen jedoch angesichts der Entbehrungen, Nöte und Verluste der heldenhaften Generation, die die Welt vor der braunen Pest gerettet hat. Wir sind den Veteranen ewig dankbar, die an diesem heiligen Tag mit uns sind. Wir würdigen den Patriotismus, die Entschlossenheit und die harte Arbeit der Arbeiter des Hinterlandes. Wir verneigen unsere Köpfe im Gedenken an diejenigen, die das siegreiche Feuerwerk vom Mai 1945 nicht gesehen haben. Vor der Trauer von Müttern, die ihre Söhne und Töchter nicht mehr gesehen haben. Wir trauern und gedenken aller Opfer dieses schrecklichen Krieges“, bemerkte der Präsident.

Alexander Lukaschenko unterstrich, das Leben triumphiere immer über den Tod. „Deshalb sollten die Belarussen dieses unschätzbare Erbe – unseren Großen Sieg – für Jahrhunderte bewahren, es heilig ehren und vor Verleumdung und Verfälschung zu schützen“, heißt es in der Glückwunschbotschaft.

Der Staatschef wünschte Landsleuten einen friedlichen Himmel, Gesundheit, Glück, Wohlergehen und neue Errungenschaften zum Wohle des lieben Belarus. (aus BelTA online, 08.05.2020)

Die Österreichisch-Weißrussische Gesellschaft wünscht allen Belarussen einen feierlichen 9.Mai, Glück und Gesundheit! HURA!

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BRSM: Von junger Generation hängt die Wachhaltung der Erinnerung an die Helden ab

Von junger Generation hängt die Wachhaltung der Erinnerung an die Helden ab. Diese Meinung sprach erster Sekretär des Zentralkomitees des Belarussischen Jugendverbandes, Mitglied des Rates der Republik der Nationalversammlung Dmitri Woronjuk aus.

Heute nahm er an der Gedenkstafette „Belarus vergisst nicht. Wir erinnern uns an jeden“ teil, die dem 75. Siegesjahr gewidmet wurde. Zusammen mit seiner Gattin und dem Sohn legte Dmitri Woronjuk rote Nelken am Denkmal für den Helden der Sowjetunion Marat Kasej im Minsker Park nieder. Erster Sekretär des Zentralkomitees des Belarussischen Jugendverbandes nahm während des freiwilligen Arbeitseinsatzes an der Gestaltung dieses Denkmals teil. Schon damals beschloss er, seinem sechsjährigen Sohn Daniil über den heldenhaften Tod des 14-jährigen Partisanen zu erzählen, der sich zusammen mit Faschisten mit der letzten Granate sprengte.

„Der Sieg ist unser Stolz. Wir müssen unsere Kinder zu Patrioten erziehen, sie lehren, mutig und ehrlich zu sein. Jede neue Generation muss wissen, welchen Preis unsere Urgroßväter für die Befreiung des Landes bezahlten. Der Krieg brachte Elend und Erinnerung in jede Familie. In ganz Belarus gibt es sehr viele Denkmäler und Obelisken – Zeugen historischer Ereignisse. Das ist die Erinnerung für die ganze Welt an die Bedeutung des menschlichen Lebens und den Mut der Belarussen, die siegten. Alle Belarussen sollten an diesen Feiertagen Blumen an Gedenkstätten niederlegen. Jeder Krieger sollte unsere stillen Worte „Wir erinnern uns“ hören“, betonte Dmitri Woronjuk.

Die Gedenkstafette „Belarus vergisst nicht. Wir erinnern uns an jeden“ ist ein Bestandteil des landesweiten patriotischen Projekts des Belarussischen Jugendverbandes „Blumen des Großen Sieges“, deren Symbol rot-grünes Bändel ist. Während dieser Gedenkstafette legen die Belarussen in allen Ecken des Landes Blumen an Denkmälern, Obelisken und Massengräbern als Dankbarkeit für Befreier, Partisanen und Untergrundkämpfer nieder, die während des Großen Vaterländischen Krieges ums Leben gekommen sind. (aus BelTA online, 07.05.2020)

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Direktflüge Minsk-Wien mit Belavia

Ab 25. April 2020 begann die staatliche belarussische Fluggesellschaft Belavia täglich auf der Flugstrecke zwischen Wien und Minsk zu fliegen. Nähere Infos zu diesem Thema sind unter http://austria.mfa.gov.by/de/embassy/news/d0fd6cd6cc553fb4.html… zu finden.

Die Österreichisch-Weißrussische Gesellschaft begrüßt diesen Schritt einer weiteren Kooperation zwischen unseren Ländern. Diese Direktverbindung wird einen Beitrag zur Vertiefung der sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und Belarus leisten.

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Luftbrücke zwischen Minsk und Wien wurde am 25. April eröffnet, und ist zu einer wichtigen Rückreiseroute unserer Region geworden

Wir haben die Botschafterinnen und Botschafter der diplomatischen Gemeinschaft in Wien befragt, um herauszufinden wie die Botschaften ihre diplomatischen Aktivitäten im Ausnahmezustand organisiert haben, über die Maßnahmen der Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft, sowie wie sie die private Zeit in Zeiten der Pandemie verbringen und was sie zuerst machen werden, nachdem die aktuelle Situation beendet ist.

Wir sprachen für Diplomacy and Commerce Austria mit Andrei Lozovik, Chargé d´Affaires a.i. der Botschaft der Republik Belarus in der Republik Österreich.

Wie hat sich die aktuelle Situation auf die Aktivitäten der Botschaft ausgewirkt?

Natürlich hat die neue Realität die gewöhnliche Arbeitsordnung geändert. Es haben sich neue Prioritäten, neue Tätigkeitsformen und neue Aufgaben ergeben. Dabei mussten diese Aufgaben schleunigst und trotz der Herausforderungen der aktuellen Situation erfüllt werden.

Wegen der durch die meisten europäischen Länder veranlassten Grenzschließungen und der Einstellung des internationalen Personenverkehrs ist die dringende Organisation der Heimreise von den sich in Österreich und einigen anderen Staaten aufhaltenden Belarussen und Belarussinnen in den Vordergrund unserer Arbeit gerückt. In Anbetracht der hohen Intensität belarussisch-österreichischer wirtschaftlicher, wissenschaftlicher, akademischer, humanitärer und anderer Kontakte sowie der Beliebtheit Österreichs in unserem Land als Reiseziel waren die Hilferufe ziemlich zahlreich. Dank der konstruktiven Mitwirkung österreichischer Partner und der Unterstützung der belarussischen Botschaften in den Nachbarländern ist es uns gelungen, die Rückreise aller sich an uns gewandten Bürger zu organisieren. Solche Hilferufe bekommen wir immer noch. Es sei bemerkt, dass seit 25. April die Rückreise von Belarussen und Belrussinnen viel einfacher geworden ist. An diesem Tag hat nämlich die belarussische Fluggesellschaft „Belavia“ begonnen täglich auf der Flugstrecke zwischen Wien und Minsk zu fliegen. Übrigens ist diese Luftbrücke zu einer wichtigen Rückreiseroute für die über Minsk, einen wichtigen regionalen Verkehrsknoten, fliegenden Bürger anderer Länder unserer Region geworden. Die direkte Flugverbindung wird auch in der Postkrisenzeit funktionieren und somit die Entwicklung vielseitiger Beziehungen zwischen Belarus und Österreich fördern.

Neben der Hilfe für unsere Landsleute haben wir auch die notwendigen Schritte zur effizienten Erfüllung anderer Aufgaben der Botschaft unter der Berücksichtigung der Pandemie eingeleitet. Angesichts dessen, dass vieles von dem, was gewöhnlich die diplomatische Routine ausmacht (Treffen und Gespräche mit Partnern, Dienstreisen innerhalb und außerhalb Österreichs, Teilnahme an verschiedenen Veranstaltungen, Konferenzen, Sitzungen von internationalen Organisationen etc.) unmöglich geworden ist, waren wir gezwungen, uns in den virtuellen Raum zurückzuziehen. In diesem Kontext möchte ich mit Befriedigung feststellen, dass die Umstellung der Botschaftsaktivitäten auf Webplattformen sowohl im bilateralen als auch multilateralen Bereich uns keine großen Schwierigkeiten bereitet hat. Es sei in diesem Zusammenhang bemerkt, dass Belarus signifikante Fortschritte bei der Entwicklung der IKT in den letzten Jahren gemacht hat. Dies hat eine breite Einführung von innovativen Lösungen im öffentlichen Dient, inklusive des diplomatischen Dienstes, ermöglicht.

Wie kommentieren Sie die Maßnahmen der belarussischen Regierung zur Unterstützung und Rettung der Wirtschaft?

In Belarus, wie in vielen anderen Staaten der Welt, ist ein Hilfspaket zur Abfederung der Auswirkungen der Pandemie für die Wirtschaft verabschiedet worden. Es sieht die Unterstützung von Unternehmen aus den am meisten durch COVID-19 betroffenen Wirtschaftsbranchen vor. Zur Liste der zu unterstützenden Branchen gehören die verarbeitende Industrie, Textil- und Bekleidungsindustrie, Handel, Verkehr, Hotellerie, Gastronomie, Touristik, Leasing, Bildung, Gesundheitswesen, soziale Dienstleistungen u.a. Bei der Ausarbeitung dieses Hilfspakets, das sechs Schwerpunkte direkter und indirekter Unterstützung der Wirtschaft beinhaltet, hat die Regierung internationale Best-Practices berücksichtigt und mit der Business-Community zusammengewirkt. Die Unterstützung betrifft im Einzelnen solche Tätigkeitsfelder der Wirtschaftssubjekte wie Steuern und Miete, Energieabrechnung, öffentliche Beschaffungen, Beschäftigung und Zuwendungen, Aufsichtstätigkeit und subsidiäre Haftung. In Belarus sind beispielsweise Steuer- und Mietstundungen, Übergang zu einem anderen Steuermodell etc. vorgesehen. Die Gesamtsumme der dafür bestimmten staatlichen Ausgaben beläuft sich auf ca. drei bis vier Prozent des BIP.

Es ist zu bemerken, dass die Ausarbeitung und Verabschiedung dieses Maßnahmenpakets gleichzeitig mit der Umsetzung von abgewogenen und effizienten Schritten zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 und zum Schutz der Bevölkerung durchgeführt wurden. Die dazugehörigen Entscheidungen wurden und werden unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen und der WHO-Empfehlungen getroffen.

Wie verbringen Sie Ihre private Zeit in Zeiten der Pandemie?

Die Pandemiebrachte uns dazu, alltägliche Prozesse auf neue Weise zu sehen und über viele Sachen nachzudenken. Ich kann nicht sagen, dass ich jetzt über mehr private Zeit verfüge. Die andauernde Krise bringt immer wieder neue Herausforderungen und ist mit unkonventionellen und ziemlich komplizierten Entscheidungen verbunden. Vieles muss zum ersten Mal gemacht werden. Aber das ist nicht immer einfach und fordert zusätzliche Anstrengungen.

Unter pandemischen Bedingungen muss ich leider auf viele Sachen, die ich in meiner privaten Zeit sonst sehr gerne gemacht habe, verzichten. Dies betrifft Reisen, Treffen mit Freunden, Besuche von Konzerten und Ausstellungen. Andererseits habe ich die Möglichkeit bekommen, mehr Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Und das ist immer positiv.

Was werden Sie zuerst machen, nachdem die aktuelle Situation beendet ist?

Im November letzten Jahres hat der offizielle Besuch des belarussischen Präsidenten in Österreich stattgefunden. Er öffnete eine neue Seite in der Geschichte der belarussisch-österreichischen Beziehungen. Der Besuch hat großes Interesse beider Seiten an der Erweiterung der Zusammenarbeit aufgezeigt, es sind wichtige Vereinbarungen getroffen worden. Leider blieben die Auswirkungen der Pandemie für die Umsetzung der festgelegten Pläne nicht ohne Folgen und haben den Zeitplan der Durchführung von verschiedenen Besuchen, wirtschaftlichen, kulturellen, humanitären anderen Veranstaltungen beeinflusst. In der Postkrisenzeit haben wir vor, zur schnellen Umsetzung des Geplanten im bilateralen Bereich zurückzukehren sowie die traditionell aktive belarussische Teilnahme bei den Internationalen Organisationen und multilateralen Gremien mit Sitz in Wien fortzusetzen.

Aus http://diplomacyandcommerce.at/andrei-lozovik-charge-daffaires-a-i-republik-belarus-luftbrucke-zwischen-minsk-und-wien-wurde-am-25-april-eroffnet-und-ist-zu-einer-wichtigen-ruckreiseroute-unserer-region-geworden/

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Konzert „Lacrimosa“ von Irina Loy in Minsk

Die bekannte Sopranistin Irina Loy, Leiterin des Ensembles „Amadej“, die bereits dreimal auf Einladung der ÖWG zu einem Konzert in Wien war, gab am 13. April 2020 ein online-Konzert für Vokalmusik unter dem Titel „Lacrimosa“ (nach dem Requiem „Lacrimosa dies illa“) aus Anlaß der Karwoche. Das Konzert fand in der neugotischen katholischen Kirche St. Rochus (hl. Dreifaltigkeit) am Prospekt der Unabhängigkeit im Zentrum von Minsk statt, sollte aber auch für orthodoxe Gläubige gedacht sein.

Auf dem Programm standen:

Giovanni Pergolesi: Stabat Mater.

Johann Sebastian Bach: Matthäuspassion, Magnificat, Et Misericordia.

Antonio Vivaldi: In furore iustissimae irae, alleluia.

Witold Lutoslawski: Lacrimosa.

Giovanni Caccini (W. Wawilow): Ave Maria.

Die Ausführenden waren Irina Loy, Preisträgerin internationaler Wettbewerbe (Sopran), Anna Jegorajewa (Alt) und Anna Gorbatsch, Preisträgerin des Förderungspreises des Sonderfonds zur Unterstützung der begabten Jugend des Präsidenten der Republik Belarus sowie Dmitrij Katetschew (Bass), Mitglieder des Solistenensembles „Amadej & Co.“.

Zum Nachhören:
https://www.youtube.com/watch?v=9oU-nPOx-Lw


Konzert für Vokalmusik „Lacrimosa“ mit Irina Loy (Sopran) und Anna Jegorajewa (Alt) aus Anlass der Karwoche in der Kirche des hl. Rochus in Minsk
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Das Osterfest in Belarus in Zeiten der Coronapandemie

Am 19. März erklärte Präsident Alexander Lukaschenko zum Coronavirus: „Trotz Kritik nenne ich dieses Virus eine Psychose, die jemandem in die Hände spielt und einigen schadet. Ich bin überzeugt, dass wir mehr an Panik als an diesem Virus leiden können.“ Die belarussische Regierung beschloss Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor der Pandemie, aber gleichzeitig wurde das normale Leben der Gesellschaft aufrechterhalten. Die Betriebe arbeiten weiter, wie auch die Kindergärten, Schulen und Universitäten. Nach wie vor werden Fussball- und Eishockeyspiele vor großem Publikum ausgetragen. Am 2. April 2020 erklärte Präsident Lukaschenko dazu: „Die globalen Spieler könnten die durch den Coronaausbruch verursachte Weltkrise zu eigenen Zwecken nutzen. Es scheint, als ob die Mächtigen durch diese Psychose die Welt neu verteilen wollen…Warum bestehe ich darauf, dass die Produktion funktioniert? Denn ich stelle mir vor, was mit uns nach dieser Pandemie geschehen wird, wenn wir die Produktion wie viele andere einstellen.“ (BelTA, 2. April 2020)

Die Vorsitzende des Rates der Republik Natalja Kotschanowa erklärte während eines Gesprächs in Form einer Videokonferenz mit der ständigen Koordinatorin der UNO in Belarus Joanna Kazana-Wisniowiecka: „Man muss zurzeit über die Folgen der Pandemie nachdenken. Ich bin sicher, dass die Epidemie vorbei ist und wir sie überwinden. Wir müssen uns aber über die Folgen für die Wirtschaft in unseren Staaten im Klaren sein.“ Die Experten der Weltgesundheitsorganisation besuchten kürzlich Belarus. Am 14. April stellten sie 440 Coronafälle in Belarus fest und billigten die im Land ergriffenen Maßnahmen gegen das Virus. (www.merkur.de

In diesen schwierigen Zeiten hat auch der Belarussische Jugendverband (BRSM) den sozialen Diensten seine Hilfe angeboten. Seit dem 20. März funktionieren Jugendhotlines in den territorialen Ausschüssen. Alle Rentner werden angerufen und gefragt, ob und welche Hilfe sie benötigen. Volontäre aus der Freiwilligenbewegung „Gutes Herz“ arbeiten mit sozialen Diensten zusammen und liefern den Bedürftigen Produkte und Medikamente frei Haus. In der Hauptstadt informieren die Volontäre des BRSM die Bevölkerung über die Krankheit und ihre Folgen. Überall an Eingangstüren hängen Info-Blätter mit wichtigen Informationen und Rufnummern.

Am 12. April 2020 wurde das Osterfest in den katholischen und am 19. April in den orthodoxen Kirchen, die alle geöffnet waren, auf traditionelle Weise gefeiert.

Präsident Alexander Lukaschenko besuchte eine Kirche auf dem Land, das Kloster Mariä Verkündigung in Malye Ljady im Kreis Smolewitschi in Begleitung seines Sohnes Nikolaj. Er wurde vom Abt des Klosters, den Mönchen, dem Kreisvorsitzenden und zahlreichen Gläubigen begrüßt. In seiner Ansprache in der Kirche sagte der Präsident im Hinblick auf die Coronakrise, dass er den Menschen von Belarus nicht verbieten wolle, zum „hellsten Fest des Jahres“ die Kirche zu besuchen.

Im Hinblick auf die richtige Taktik zur Bekämpfung der Epidemie sagte der Präsident: „Ich sehe im Moment nicht, dass wir irgendwelche Fehler begangen haben. Sogar die Menschen, die an diesem Prozess nicht teilnehmen, sehen, dass die Belarussen einen richtigen Weg eingeschlagen haben. Ich gehe davon aus, dass sie selbst ihr Leben in den Händen halten und viel besser darüber Herr sein werden“, sagte Alexander Lukaschenko. Er sei sich sicher, dass die Belarussen diesen Weg mit Würde gehen werden. „Die Auferstehung Christi ist ein Zeugnis des Sieges des Guten über das Böse, ein Vorbild der Selbstaufopferung…Auch heute bildet die orthodoxe Tradition die moralische Grundlage des belarussischen Volkes, das immer bereit ist, den Bedürftigen unabhängig von Religion und Nationalität den Rücken zu stärken. Denn der wahre Glaube ist ohne gute Taten unmöglich“, sagte der Staatschef. „Alles hängt von uns ab. Wenn wir hier an einem Strang ziehen, wird alles gut werden“, resümierte der Staatschef. Er wünschte den orthodoxen Brudervölkern, den Russen und Ukrainern, aber auch den Nachbarvölkern, den Polen, Litauern und Letten, sowie den europäischen Völkern, den Amerikanern und Chinesen ein frohes Osterfest und schloss mit dem traditionellen orthodoxen Ostergruss „Christos voskrese!“ (BelTA, 19.4.2020)

P. B.


Präsident Alexander Lukaschenko mit seinem Sohn Nikolaj und dem Abt des Klosters Mariä Verkündigung im Kreis Smolewitschi bei seinem Besuch zum orthodoxen Osterfest am 19. April 2020 (BelTA)
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75 Jahre Befreiung Wiens von deutsch-faschistischer Fremdherrschaft

Am 13. April 1945 endete die “Schlacht um Wien”. Die österreichische Hauptstadt wurde durch die heldenhafte Rote Armee von der NS-Herrschaft befreit. Kurz danach wurden bereits die österreichischen Parteien wieder gegründet bzw. kamen aus der Illegalität, die Gewerkschaften nahmen wieder ihre Arbeit auf und mit tatkräftiger Unterstützung Moskaus wurde die erste rot-weiß-rote Regierung gebildet, die jedoch monatelang von den West-Alliierten nicht anerkannt worden ist. Der Beitrag der Sowjetunion und der Roten Armee zur Befreiung und Wiederherstellung eines demokratischen, unabhängigen und eigenständigen Österreich ist ein sehr großer. Nicht nur die militärischen Verluste der Sowjets (alleine über 17.000 bei der Schlacht um Wien), sondern auch die politischen Anstrengungen seitens Moskaus bis hin zur Realisierung der österreichischen Neutralität, darf man nie vergessen! Im Rahmen der Roten Armee kämpften bei der Befreiung Österreichs auch viele Belarussen, denen wir seitens der Österreichischen-Weißrussischen Gesellschaft (ÖWG) besonders danken und gedenken wollen!

Bereits bei unserer letzten ÖWG-Delegationsreise 2019 trafen wir in Minsk den Veteranen Arseny Lutsko, der bei der Befreiung von Wien dabei war. Wir führten mit ihm ein ausführliches Gespräch, bedankten uns bei ihm und überreichten ihm Schokolade aus Österreich mit Wiener Motiven.

Leider ist es uns heuer aufgrund der Anti-Corona-Maßnahmen nicht möglich, im Rahmen einer Gedenkfeier beim Denkmal der Roten Armee in Wien so wie jedes Jahr als ÖWG Blumen niederzulegen. Der Geschäftsträger der Botschaft der Republik Belarus Andrei Lozovik und das diplomatische Personal legten heute im kleinen erlaubten Rahmen einen Kranz nieder.

Als ÖWG bleibt uns heuer, anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung Wiens, Österreichs und Europas vom Faschismus am 8./9.Mai nur die uns als wesentlich und nach wie vor gültig erscheinende Schlusszeile am Denkmal der Roten Armee in Wien zu zitieren: “Für die Freiheit und Unabhängigkeit der Völker Europas.”

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Gedenkstätte in Trostenez: Außenministerium und Botschaft Österreichs feiern 1. Gründungsjahr

Das Außenministerium unterstützte die Initiative der Botschafterin Österreichs, Aloisia Wörgetter, das 1. Gründungsjahr der Gedenkstätte „Das Massiv der Namen“ zu feiern. Die Vertreter des Außenministeriums und die Botschafterin legten die Blumen am Denkmal für die österreichischen Opfer in Trostenez als Solidaritätszeichen und Unterstützung bei gemeinsamen Bemühungen um die Wachhaltung der Erinnerung an die Tragödie des Zweiten Weltkrieges nieder. Das gab der Pressedienst des Außenministeriums bekannt.

Das Mahnmal „Das Massiv der Namen“ wurde in der Gedenkstätte Trostenez für die Erinnerung an die österreichischen Juden errichtet, die im Vernichtungslager Trostenez während des Zweiten Weltkrieges ums Leben kamen. Die feierliche Enthüllung des Denkmals fand am 28. März 2019 statt. Am Festakt beteiligten sich der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko und der Bundeskanzler Österreichs Sebastian Kurz. „Die Zusammenarbeit der Seiten bei der Umsetzung des Projekts zur Schaffung und Errichtung des Denkmals zeugt von einer guten Kooperation im humanitären Bereich und im Bereich der Kultur und ist wichtiger Faktor für eine aktive Entwicklung belarussisch-österreichischer Beziehungen im Allgemeinen“, betonte das Außenministerium.

Während des offiziellen Besuches des belarussischen Staatschefs in Österreich im November vorigen Jahres wurden dem Museum „Haus der Geschichte Österreich“ in Wien einige Gegenstände überreicht, die den österreichischen Bürgern gehörten. Die Befunde wurden bei Ausgrabungen entdeckt. „Man will die bilaterale Zusammenarbeit bei Geschichtsforschungen und Errichtung von Denkmälern fortsetzen, Kontakte zwischen Wissenschaftlern und Museen von Belarus und Österreich ausbauen“, hieß es aus dem Außenministerium.

Die Aktion, die anlässlich des 1. Gründungsjahres der Gedenkstätte veranstaltet wurde, hat einen symbolischen Charakter im Vorfeld der Feierlichkeiten zu Ehre des 75. Siegesjahres des sowjetischen Volkes im Großen Vaterländischen Krieg, hieß es aus dem Außenministerium.

Die österreichische Botschaft stellte mit Bedauern fest, dass eine Großveranstaltung wegen der epidemiologischen Lage nicht möglich war. „Wegen der Situation in der Welt und in Österreich können wir uns nicht versameln, deshalb haben wir beschlossen, miteinander zu telefonieren und eine Videokonferenz zu organisieren“, sagte Aloisia Wörgetter. Die Botschafterin sprach mit vielen Teilnehmern der feierlichen Eröffnung der Gedenkstätte in Trostenez sowie mit Vertretern der jüdischen Gemeinden.

Abgeordneter der Repräsentantenkammer, Waleri Woronezki, der sich auch per Videokonferenz an der Veranstaltung beteiligte, unterstrich die wichtige vereinigende Rolle der historischen Erinnerung. „Ich bin sicher, dass unsere gemeinsame Geschichte, die durch zahlreiche Opfer von Trostenez geprägt ist, heute zu einemm Versöhnungsfaktor wird und uns Kräfte für Weiterentwicklung geben wird, damit niemals etwas Ähliches wieder passiert. Wir müssen diese Ereignisse nie vergessen, die Erinnerung daran wachhalten und gemeinsam in die Zukunft blicken“, sagte er.

Als Erinnerung an die Opfer des Nazismus überträgt der Fernsehsender ONT den Film „Sonderghetto“. (aus belTA online, 27.03.2020) 

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