Debatte über Staatspolitik: Für Gerechtigkeit und Planung-Gegen Marktradikalismus

Lukaschenko: Gerechtigkeit muss Ideologie des belarussischen Staates zugrunde liegen

In der Gesellschaft ist die Nachfrage nach Gerechtigkeit schon immer groß gewesen. Das sagte Präsident Alexander Lukaschenko beim Treffen mit den Aktivmitgliedern Belarussischen Jugendunion (BRSM).

Die jüngsten soziologischen Studien in Russland hätten gezeigt, dass für einfache Menschen solche Werte wie die Gerechtigkeit viel wichtiger seien, sagte der Staatschef. Die Gerechtigkeit sei schon immer im Mittelpunkt der modernen belarussischen Staatspolitik gewesen. „Die Menschen fordern Gerechtigkeit. Darauf müssen wir unsere Ideologie richten. Die Nachfrage nach diesem Wert ist in Russland und in Belarus schon immer groß gewesen“, betonte der belarussische Präsident.

Der Staatschef zeigte sich überzeugt, dass man in Belarus nie dulden werde, wenn die Politik den Menschen gegenüber nicht gerecht verhalten werde. „Wir führen in Belarus eine moderate, ruhige, auf die Gerechtigkeit hin orientierte Politik durch“, resümierte der Staatspräsident.

Belarus sagte sich vom radikalen Entwicklungsweg los und hat davon gewonnen

Belarus hat sich bei der Bestimmung seiner Entwicklungsrichtlinien nicht für einen radikalen Weg entschieden. Davon hat der Staat nur gewonnen. Das erklärte Präsident Alexander Lukaschenko beim Treffen mit Aktivmitgliedern der Belarussischen Jugendunion BRSM.

„Wir leben heute in einer sehr schweren Übergangsphase. Allerdings weiß man noch nicht ganz genau, was das für ein Übergang ist. Die Frage nach dem „Woher“ und „Wohin“ ist offen. Belarus macht keine lauten Statements zu diesem Thema. Wir leben ruhig weiter und verbessern das, was wir haben. Wir machen die Welt besser. Wir übernehmen aus der Vergangenheit nur die besten Praktiken und Erfahrungen. Ich sage nirgendwo, dass wir von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft übergehen“, betonte Lukaschenko.

Die Unbestimmtheit habe in den letzten Monaten einen hohen Grad erreicht, sagte der Staatschef. „Es ist wirklich schwer, die Situation in der Welt eindeutig einzuschätzen. Selbst unsere liberalen Politiker wagen es nicht, über irgendwelchen Markt zu reden. Die Gesellschaft tendiert heute nach links, besonders im postsowjetischen Raum Das steht fest. Es wird in der nächsten Zeit keine Aufrufe nach radikalen Veränderungen geben. Davon werden sie sich bald überzeugen können“, zeigte sich Alexander Lukaschenko sicher.

„Unsere slawischen Völker haben viel davon gewonnen, dass wir uns nicht in jenen tollen Marktradikalismus stürzten“, resümierte der Staatschef.

Lukaschenko: Staat macht alles für Frieden und Ruhe in Belarus

Der Staat macht alles für Frieden und Ruhe in Belarus. Das erklärte der belarussische Präsident, Alexander Lukaschenko, heute beim Treffen mit Aktivmitgliedern des Belarussischen Jugendverbands, wie ein BelTA-Korrespondent bekanntgab.

„Der Staat macht alles für Frieden und Ruhe in Belarus. Sie müssen keine Chance geben, Ihre Kopf, Intelligenz und Energie für destruktive Zwecke zu nutzen. Sie sind Macher. Die Natur und Vererbung legten ursprünglich in jedem von Ihnen eine große innere Kraft des Guten. Und wir Slawen zeichnen uns dadurch von vielen aus“, sagte Alexander Lukaschenko.

Der Präsident stellte fest, dass alle Tatsachen, die mit wichtigen Meilensteinen der Entwicklung der Komsomolbewegung verbunden sind, ohne Zweifel sind. Man könne sie nicht überschreiben oder verheimlichen. Sie seien für immer in der Geschichte geblieben. „Die Begriffe der Freundschaft, Brüderlichkeit, Einheit, Heimatliebe, des Vertrauens in die Zukunft, die zur Hymne der Jugendorganisation der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Komsomol) wurden, verloren nach 100 Jahren an Aktualität nicht. Als die Sowjetunion zerfiel, vergaßen neue Staaten die glorreiche Geschichte von Komsomol. Und wir übergaben ihre Fahne unseren Kindern“, so der Staatschef.

Bei der Einrichtung der Jugendorganisation hätten wir nichts ausgedacht. Als Grundlage hätten wir die Verbindung der Generationen, Nachfolgerschaft und die historische Erinnerung genommen, bemerkte Alexander Lukaschenko.

„Sie müssen wissen und daran erinnern, dass Sie Nachfolger der Helden sind. Sie müssen die Wahrheit über die heldenhafte Vergangenheit bewahren und sie dem Nachwuchs erzählen. Sie müssen Frieden und Einheit bewahren. Die Fortsetzung der Sache von Komsomolzen besteht im Leben und in der Arbeit für Glück und Wohlstand der künftigen Generationen“, so der Staatschef. (aus BelTA online, 29.10.2018)

Auch das Staatswappen symbolisiert die eigenständige und sozialorientierte Staatspolitik der Republik Belarus
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Podiumsdiskussion „Die Eurasische Wirtschaftsunion und die EU – Perspektiven und Grenzen einer Partnerschaft“

23. Oktober 2018

Veranstaltung der Österreichisch-Weißrussischen Gesellschaft (ÖWG), der Österreichisch-Kasachischen Gesellschaft (ÖKG) und der Forschungsstelle für Eurasische Studien (EURAS)

Im Vortragssaal der Österreichisch-Kasachischen Gesellschaft in Wien fand am 23. Oktober 2018 eine interessante Podiumsdiskussion mit einer Reihe von prominenten Teilnehmern statt. Der Präsident der ÖKG, RA Dr. Gabriel Lansky, sprach sich in seiner Begrüßung für eine Öffnung der EU zur Eurasischen Union und gleichzeitig für eine wirtschaftliche Verteidigung der EU gegen die USA aus. Dr. Peter Bachmaier, der die ÖWG im Namen der ÖWG begrüßte, verwies darauf, dass die Eurasische Wirtschaftsunion (EAWU) zugleich mit der Organisation für kollektive Sicherheit, den BRICS-Staaten und der Shanghaier Kooperationsorganisation eine alternative Welt aufbaue. Belarus sei ein wesentlicher Bestandteil dieser Staatenorganisationen und könne dadurch auch seine Souveränität und Sicherheit verteidigen. An der Veranstaltung nahmen auch die zukünftige österreichische Botschafterin in Minsk, Frau Mag. Aloisia Wörgetter und als Vertreter der Botschaft von Belarus der erste Botschaftsrat Mag. Andrei Yaroshkin sowie der Vizepräsident der Wirtschaftskammer und Präsident der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft Dr. Richard Schenz teil.

In der Podiumsdiskussion, die von Prof. Otmar Höll vom Institut für Politikwissenschaft geleitet wurde, wies Dr. Vladislav Belov vom Europa-Institut Moskau darauf hin, daß die 2015 gegründete EAWU vorrangig in der außenpolitischen Orientierung Russlands sei. Die USA beobachteten die EAWU mit Argwohn und auch die EU hätte kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit ihr. Der Westen wolle Russland ausschließen, und Putin setze sich zum Ziel, eine belagerte Festung zu verteidigen. Aber es gebe, wie Belov betonte, keine Rückkehr zur Sowjetunion, das sei eine ideologisierte Einstellung. Durch die EAWU sei Russland ein globaler Player geworden.

Der kasachische Vertreter Prof. Zhenis Kembaev betonte, dass die EAWU eine Wirtschaftsunion und keine supranationale politische Union sei. Präsident Nazarbaev hätte dieses Konzept von Anfang an und gleichzeitig die Souveränität der einzelnen Mitgliedsstaaten vertreten. Kasachstan sei aber gleichzeitig Mitglied der Organisation für kollektive Sicherheit, die der Verteidigung der Mitgliedsstaaten diene. Als Gefahren für die ex-sowjetischen Staaten würden besonders der islamische Fundamentalismus und die Farbenrevolutionen gesehen. Die eurasischen Staaten strebten eine multipolare Welt an. Im Mai 2018 wurde ein Abkommen zwischen der EAWU und China über die Neue Seidenstraße unterzeichnet.

Frau MMag. Julia Eder, Soziologin an der Johannes Kepler Universität Linz, die an einer Dissertation über die EAWU im Vergleich zur Wirtschaftsunion Mercosur arbeitet, berichtete, dass letztere nicht wirklich funktioniere, während erstere trotz aller Probleme, und obwohl erst 2015 gegründet, sehr wohl erfolgreich arbeite. Die wirtschaftliche Kooperation, vor allem zum Aufbau neuer Industriezweige, werde von den Staaten der EAWU als große Chance gesehen.

Dr. Alexander Dubowy, Koordinator der EURAS, wies auf die gegenwärtigen Probleme hin, zu denen vor allem die Sanktionen der EU und der USA gegen Russland zählten, die auch die anderen Mitgliedsstaaten beträfen. Die EAWU sei trotz der schwachen wirtschaftlichen Leistung Russlands der erste erfolgreiche Versuch einer Integration des postsowjetischen Raumes. Die EAWU könne eine Brücke zwischen der EU und Russland werden und es sollte auch über eine Freihandelszone zwischen beiden Blöcken errichtet werden, die aber von der EU derzeit abgelehnt werde.

Prof. Vyacheslav Yaroshevich von der Belorussischen Staatlichen Universität Minsk, PhD der Universität Kingston, betonte die Souveränität von Belarus im Rahmen der Eurasischen Union, räumte aber gleichzeitig die engen wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zu Russland ein, ohne die das Land sich nicht verteidigen könne. Belarus sei als einziger postsowjetischer Staat kein Mitglied der Welthandelsorganisation WTO und hätte auch kein Interesse daran. Als Beispiel für die Erfolge der Zusammenarbeit mit der Eurasischen Union und China für Belarus erwähnte er den High Technologies Park bei Minsk, eine exterritoriale wirtschaftliche Sonderzone.

In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass über die Eurasische Union in den westlichen Medien nicht berichtet werde, was offenkundig auf die negative Einstellung der EU zu dieser „Konkurrenz“ zurückzuführen sei.

RA Dr. Gabriel Lansky bei der Eröffnung der Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Peter Bachmaier, ÖWG-Präsident, bei der Eröffnung
Dr. Alexander Dubowy, Dr. Vladislav Belov, MMag. Julia Eder, Prof. Otmar Höll, Prof. Zhenis Kembaev, Prof. Vyacheslav Yaroshevich, Dr. Peter Bachmaier
Prof. Yaroshevich mit Dolmetscherin Marina und Prof. Zhenis Kembaev
Dr. Alexander Dubowy, Dr. Vladislav Belov, MMag. Julia Eder, Prof. Otmar Höll, Prof. Zhenis Kembaev
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Veranstaltung: “Eurasische Wirtschaftsunion und Europäische Union – Perspektiven und Grenzen einer Partnerschaft”

Die Forschungsstelle für Eurasische Studien (EURAS), die Österreichisch-Kasachische Gesellschaft (ÖKG) und die Österreichisch-Weißrussische Gesellschaft (ÖWG) laden herzlich zur Diskussionsveranstaltung “Eurasische Wirtschaftsunion und Europäische Union – Perspektiven und Grenzen einer Partnerschaft” ein!

Datum: Dienstag, 23. Oktober um 18:00.

Begrüßung:
Dr. Gabriel LANSKY, Präsident, Österreichisch-Kasachische Gesellschaft (ÖKG)
Prof. Dr. Peter BACHMAIER, Präsident, Österreichisch-Weißrussische Gesellschaft (ÖWG)

Podium:
Dr. Vladislav BELOV, Europa-Institut, Russische Akademie der Wissenschaften, Moskau
Dr. Alexander DUBOWY, Forschungsstelle für Eurasische Studien (EURAS), Universität Wien
MMag. Julia EDER, Johannes Kepler Universität Linz
Prof. Dr. Zhenis KEMBAYEV, KIMEP Universität, Almaty
Prof. Dr. Vyacheslav YAROSHEVICH, Fakultät für internationale Wirtschaftsbeziehungen, Universität MITSO, Minsk

Moderation:
ao. Univ.-Prof. Dr. Otmar HÖLL, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien

Ort:

Lansky, Ganzger + Partner
Biberstraße 5
1010 Wien

Arbeitssprache: Deutsch

Im Anschluss wird zu einem kleinen Imbiss geladen.

Bitte, melden Sie sich zur Teilnahme bis zum 19. Oktober 2018 an, unter: office@oekg.eu

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Sendereihe über Belarus, Ö1

Wir wollen Sie auf die Ö1 Sendereihe zu interessanten Themen über Belarus informieren. Diese wird diese Woche ausgestrahlt. Detaillierte Infos finden Sie unter https://oe1.orf.at/nebenan

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75 Jahre Vernichtung des Minsker Ghettos

Im Oktober 2018 jährt sich die Auslöschung des Minsker Juden-Ghettos durch die Hitler-Faschisten zum 75. Mal. Das Ghetto wurde von den Okkupanten für die Juden Minsk aber auch für Juden aus anderen Ländern eingerichtet. Es bildete sich eine Widerstandsbewegung im Ghetto, die versuchte, Menschen aus dem Ghetto zu schleusen und auch Kontakt mit den weißrussisch-sowjetischen Partisanen in den Wäldern um Minsk aufnahm. Im Oktober 1943 wurde das Ghetto schließlich liquidiert.

An dieser Stelle wollen wir eine Rede des belarussischen Staatspräsidenten Alexander Lukaschenko wiedergeben, die er zum 65. Jahrestag bei der Gedenkstätte in Minsk hielt:

Über das Minsker Ghetto

Alexander Lukaschenko an der Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Großen Vaterländischen Krieges

Während der Zeremonie zum 65. Jahrestag der Tragödie des Minsker Ghettos am 20. 10. 2008 sagte Alexander Lukaschenko an der Gedenkstätte in Trostenez: „An diesem traurigen Ort verneigen wir tief unser Haupt vor der lichten Erinnerung an hunderttausende Männer, Frauen und Kinder, die Opfer eines brutalen Genozids wurden. Gerade hier ruht die Asche der Aufständischen des Minsker Ghettos, das von den Faschisten im Oktober 1943 vernichtet wurde. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Hitleristen Millionen Menschen verschiedener Nationalitäten zum Tod verurteilten. Nur eine Handvoll belarussische Juden überlebten. Sie wurden nur dafür, dass sie als Juden geboren wurden, ermordet.

Über alledem denken wir heute an der Stelle des Märtyrertodes der Aufständischen des Minsker Ghettos, unter denen auch deportierte Bürger aus vielen Ländern Europas waren. Der große Sieg, der durch den beispiellosen Kampf der Völker der Antihitlerkoalition und vor allem der Sowjetunion erreicht wurde, war ein Beweis dafür, dass das Leben den Tod besiegt. Davon sprechen die Namen hunderter unserer Landsleute, der Gerechten der Völker der Welt, die tausende Juden, Erwachsene und Kinder vor dem Untergang retteten. Gerechte gab es in Belarus in diesen schrecklichen Jahren sehr viele, mehr als in irgendeinem Staat Europas. Das ist ein schönes Kennzeichen der Verantwortung und der Tapferkeit der Belarussen.

Uns haben immer die Einheit und die gegenseitige Hilfe, der wahre Internationalismus und der natürliche menschliche Edelmut geholfen. Im heutigen Belarus geschieht viel dafür, dass die Prinzipien des Humanismus und guten Willens bestätigt werden. Wir ehren heilig das Gedächtnis jener, die gegen den Faschismus kämpften. An der Errichtung des Denkmalkomplexes nehmen nicht nur Belarussen sondern auch Freiwillige aus der ganzen Welt teil, alle, denen der Humanismus teuer ist, die sich für wahre Antifaschisten halten. Das wird ein wahres gesamteuropäisches Denkmal werden, ein Geschenk an die Generationen, die die Last und die Prüfungen des 20. Jahrhunderts trugen. Unsere Devise ist – nichts ist vergessen, niemand wird vergessen. Wir stehen in großer Schuld vor der Erinnerung an die Frontkämpfer, die Partisanen, die Untergrundkämpfer und Opfer des Nazismus.“[1]

[1] Pressedienst des Präsidenten der Republik Belarus, Alexander Lukaschenko, 2018 (Übersetzung aus dem Russischen).

Plan des Minsker Ghettos; Foto zVg Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Minsk
Arbeitskommando im Ghetto; Foto zVg Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Minsk
Einwohner des Ghettos; Foto zVg Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Minsk
Der Aufständischen-Kommandant Gebelev; Foto zVg Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Minsk
Kommandant Gebelev mit jüdischen Partisanen, die nach dem Ghettoaufstand vor der Vernichtung in die Wälder flohen und sich dort den weißrussisch-sowjetischen Partisanengruppen anschlossen; Foto zVg Museum des Großen Vaterländischen Krieges, Minsk

 

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“Erholung für Kinder aus Belarus” 2018 wieder voller Erfolg!

Wie jedes Jahr verbrachten auch heuer wieder viele belarussische Kinder aus den durch die Tschernobylkatastrophe belasteten Gebieten einige Wochen in Niederösterreich, erholten sich gut und unternahmen gemeinsam mit den Betreuern und Gastfamilien viele tolle Dinge. Hier können sich unsere kleinen Gäste aus Belarus nicht nur gesundheitlich erholen, sondern es werden auch Freundschaften fürs Leben geschlossen.

Traditionell war der heurige Höhepunkt wieder die Schifffahrt auf der Donau.

Maria Hetzer, die auch Mitglied in der Österreichisch-Weißrussischen Gesellschaft ist, organisiert dieses Projekt schon über 20 Jahre lang.

Ihr und allen Beteiligten, allen voran den Betreuerinnen, den Gastfamilien, dem Land NÖ, der Brandtner Schifffahrt, dem Bundesheer  und vielen anderen sprechen wir auch seitens unserer Organisation ein aufrichtiges Dankeschön für diese humanitäre Solidarität aus!

Mittig neben Maria Hetzer: Mag. Barbara Brandner-Mosser (Chefin der Fa. Brandner-Schifffahrt)
ÖWG-Vorstandsmitglied Mag. Thomas Lösch, Mag. Olesja Dommenikova, Maria Hetzer, ÖWG-Präsident Prof. Peter Bachmaier
1. Frau Mag. Birgit Klausser (Bundesministerium für Familien und
Jugend),
2. Herr Oberstleutnant Michael Fuchs (Melker Pioniere)- kostenlose
Versorgung aller Teilnehmer in Melk,
3. Frau Maria Hetzer, Leiterin des Projektes “Erholung für Kinder aus
Belarus” in NÖ,
4. Herr Gesandter Mag. Andrei Lozovik, Vertretung der Botschafterin Dr.
Alena Kupchyna, belaruss. Botschaft in Wien,
5. Frau Mag. Olesja Domennikova, Leiterin des Projektes “Erholung für Kinder
aus Belarus” in Belarus
6. Herr Handels- und Wirtschaftsrat Konstantin Chizhik,
7. Frau Veronika Groiß, Sängerin,
8. Herr Vizeleutnant Franz Riegler (Melker Pioniere) – kostenlose
Versorgung aller Teilnehmer in Melk,
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Botschafterin Kupchina in St. Pölten

Am 26.07.2018 besuchte die Botschafterin der Republik Belarus Alena Kupchina gemeinsam mit Botschaftsrat Andrei Yaroskin die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten und traf sich im Rathaus mit Bürgermeister Matthias Stadler. Es wurde eine breite Palette an Themen- besonders das Thema Städtepartnerschaften- der gemeinsamen Kooperation in freundschaftlicher Atmosphäre besprochen. Auch Mag. Thomas Lösch, Vorstandsmitglied der Österreichisch-Weißrussischen Gesellschaft, wohnte dem ersten Treffen dieser Art bei.

Weiters gab es auch ein fruchtbares Gespräch mit Landesrat Martin Eichtinger, in seinem Ressort auch für internationale Beziehungen verantwortlich. Besonders die wirtschaftliche und Handels- Kooperation, humanitäre Hilfsaktionen und die kulturellen Beziehungen waren Thema. Frau Botschafterin Kupchina bedankte sich ganz besonders dafür, dass das Land Niederösterreich seit vielen Jahren das Projekt “Erholung für Kinder aus Belarus”, ein Projekt, das Kindern aus den durch die Tschernobyl-Katastrophe belasteten Gebieten einen Sommer-Aufenthalt in NÖ ermöglicht, tatkräftig unterstützt.

Im Gespräch

Botschafterin Kupchina und Botschaftsrat Yaroshkin bei BGM Stadler im St. Pöltner Rathaus
Botschafterin Kupchina mit LR Eichtinger
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Chancen für neue Zusammenarbeit der Stadt Linz mit Oktjabrskij Rayon von Minsk und Gymnasium 56

Vizebürgermeister Detlef Wimmer: Erst Potenzial sondieren, dann formelle Schritte setzen

Im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten pflegte die Landeshauptstadt Linz bisher noch keine Zusammenarbeit mit der Republik Belarus (Weißrussland). Jetzt ergibt sich die Chance auf vielfältige Kontakte wie zum Beispiel in den Bereichen Bildung, Infrastruktur und Gesundheit.

Die für diese Amtsperiode der Linzer Stadtregierung festgelegten Richtlinien sehen vor, dass die internationale Zusammenarbeit mit Schwerpunkt des näheren Umfeldes (Europa) ausgebaut wird. Zudem schließt die Stadt Linz aktuell keine Städtepartnerschaften (engste Form der Kooperation) ab, ohne zuvor sachbezogen zusammengearbeitet zu haben. „So verhindern wir, dass eine Partnerschaft nur auf dem Papier existiert. Wir wollen keinen ziffernmäßigen Rekord aufstellen, sondern wirklich etwas bewegen“, erklärt der für internationale Kontakte zuständige Vizebürgermeister Detlef Wimmer. Einige ältere Partnerschaften bestehen seit Jahren zwar aus sehr freundlichen offiziellen Besuchen, umfassen aber keine konkrete Zusammenarbeit. „Das soll sich bei neuen Kontakten tunlichst ändern und wollen wir stabile, langfristige Kooperation erreichen“, so Wimmer: „Wenn nur Politiker und Beamte hin und her reisen, mag das den persönlichen Kontakt fördern, ist aber nicht sehr nachhaltig und nicht das primäre Ziel einer Städtefreundschaft oder gar -partnerschaft.“

Konkret ergibt der über die Österreichisch-Weißrussische Gesellschaft (ÖWG) hergestellte Kontakt, auf dessen Grundlage Wimmer die belarussische Hauptstadt Minsk am 29. und 30. Juni besucht hat, einige Chancen für eine Zusammenarbeit mit dem Stadtbezirk Oktjabrskij – wie beispielsweise den Austausch von Schülern und Studenten aufgrund des Deutsch-Schwerpunktes im Gymnasium Nr. 56. In der Schule werden etwa 1.000 Schüler von rund 70 Lehrkräften unterrichtet. Neben Russisch und Belarussisch sind eine erste und dann weitere Fremdsprachen vorgesehen. Mehr als die Hälfte der Schüler lernt Deutsch und viele davon noch vor Englisch (als 1. lebende Fremdsprache), jedoch ist der internationale Kontakt noch ausbaufähig und bietet beiderseits viele Chancen.

Presseaussendung vom 03.07.2018

Aus: Linz Presse, 03. 07. 2018

Kontakt:
Büro Vizebürgermeister Wimmer
Zeljko Malesevic
Tel.: +43 732 7070 2013

Oktyabrsky-Regierungschef Anatoly Zhukovsky mit Vizebürgermeister Detlef Wimmer und David Kainrath (Österreichisch-Weißrussische Gesellschaft) Foto: privat
Im Gymnasium Nr. 56 mit Vizebürgermeister Detlef Wimmer, Zeljko Malesevic, David Kainrath (Österreichisch-Weißrussische Gesellschaft) und Deutschlehrerin Julija Leonidovna
Foto: privat
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ÖWG-Delegation nimmt an Einweihung der Gedenkstätte Maly Trostenez teil

Die ÖWG-Vorstandsmitglieder David Stockinger (Vizepräsident) und Thomas Lösch besuchten in der Zeit vom 22. bis 30. Juni 2018 Belarus, wo sie an wichtigen Veranstaltungen teilnehmen und eine Reihe von Gesprächen über eine bilaterale Zusammenarbeit führen konnten. Sie nahmen zuerst an der Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Verteidigung der Festung Brest gegen die Truppen der Deutschen Wehrmacht teil und besuchten dann die Stadt Grodno in Begleitung der Kulturmanagerin Irina Juchnewitsch, wo sie mit der Mittelschule Nr. 28 mit Schwerpunkt Deutsch eine Partnerschaft mit einer Wiener Neuen Mittelschule vereinbarten.

In Minsk besprachen sie mit dem Belarussischen Republikanischen Jugendverband (BRSM) sowie mit Dekan Viktor Schadurski von der Fakultät für internationale Beziehungen und Alexander Shpakovski vom Zentrum „Zitadelle“ die Durchführung einer Tagung zum Thema „Die Souveränität und Selbstbestimmung kleiner Staaten zwischen Ost und West“ im Dezember 2018 in Minsk. Mit Direktorin Nina Iwanowa und ihrer Mitarbeiterin Olesja Domennikowa, der Sekretärin der Belarussisch-Österreichischen Gesellschaft, wurde die Durchführung eines Österreichtages im Haus der Freundschaft vereinbart.

Am 28. Juni nahmen sie an einem Empfang im Marriotthotel teil, den der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen für Wirtschaftsvertreter gab. Sie konnten bei dieser Gelegenheit den Bundespräsidenten und die designierten österreichische Botschafterin in Minsk, Aloisia Wörgetter, über die Tätigkeit der ÖWG informieren.

Am 29. Juni nahmen sie an der Eröffnungsveranstaltung der Gedenkstätte Maly Trostenez bei Minsk teil. Im Vernichtungslager Maly Trostenez (1942-1944) wurden Bürger aus Belarus, anderen Republiken der UdSSR, internierte Bürger aus anderen westeuropäischen Staaten, einschließlich Österreich, Deutschland und der Tschechoslowakei ermordet. Präsident Lukaschenko rief die Weltgemeinschaft in seiner Rede auf, die Wahrheit über den Zweiten Weltkrieg zu bewahren, und die grausame Vergangenheit nie wieder aufleben zu lassen. „Wir – Vertreter verschiedener Völker, Konfessionen, Bürger verschiedener Staaten und Personen öffentlichen Lebens – befinden uns hier, weil wir uns an die tragischen Lehren der gemeinsamen Geschichte erinnern“, sagte Lukaschenko. Anschließend sprachen der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen auf der Gedenkveranstaltung. Der Bundespräsident legte mit dem Pflanzen einer Birke auch den Grundstein für ein österreichisches Denkmal für die Opfer von Maly Trostenez.

Darüber hinaus trafen David Stockinger und Thomas Lösch Vorbereitungen für die erstmalige Organisation eines „Wiener Balls“ in Minsk und führten darüber Gespräche mit dem Leiter der Presseabteilung des belarussischen Außenministeriums, Andrei Schupljak, mit der Leiterin der Kulturabteilung der Stadt Minsk, mit der stellvertretenden Leiterin der internationalen Abteilung des Kulturministeriums, und mit der stellvertretenden Leiterin der internationalen Kooperationsabteilung der Belarussischen Handelskammer. Mit Nina Iwanowa, Direktorin des Hauses der Freundschaft, besprachen sie die Gründung eines Ehrenkomitees unter der Leitung des Direktors der Priorbank, Sergej Kostjutschenko, für den Wiener Ball, der im Dezember dieses Jahres stattfinden soll.

Am 29. Juni besuchte auch der Linzer Vizebürgermeister Detlef Wimmer mit seinem Büroleiter Željko Malešević, begleitet von ÖWG-Mitglied David Kainrath Minsk, wo sie mit dem Vorsitzenden des Oktoberrayons eine Städtepartnerschaft mit Linz vereinbarten. Gleichzeitig beschlossen sie mit dem Gymnasium Nr. 56, an dem Deutsch als erste Fremdsprache unterrichtet wird, eine Schulpartnerschaft mit einem Linzer Gymnasium, an dem Russisch unterrichtet wird.

Gedenkstätte Maly Trostenez
Präsident Lukaschenko bei seiner Ansprache
Bundespräsident Van der Bellen bei seiner Ansprache
Die Vertreter der ÖWG im Gespräch mit Bundespräsident Van der Bellen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zu Besuch im Haus der Freundschaft

 

 

 

 

 

 

 

 

Treffen im Außenministerium mit dem Leiter der Presseabteilung Andrey Shuplyak
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EURO-Landhockey in Wien 18.-21.05.

Bei der EURO-Landhockey spielen in Wien auch 2 belarussische Mannschaften: HC Minsk und SC Stroitel Brest.

Ort: Rustenschacherallee 9, 1020 Wien

Die Details zum Bewerb, Ort und den Teams finden Sie hier: Eurohockey-Vienna

Wir wünschen den belarussischen Teams einen schönen Aufenthalt und viel Erfolg!

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